Am 26. Juni 2026 wurde in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes ein neuer Temperaturhöchstwert gemessen: 41,3 °C an der Wetterstation Saarbrücken-Burbach. Der bisherige Rekord lag bei 41,2 °C aus dem Jahr 2019.
(Quelle: Tagesschau / DWD-Meldung zum Temperaturrekord)
Der langfristige Temperaturtrend
Ein einzelner Temperaturrekord ist eine Momentaufnahme. Entscheidend ist der langfristige Trend: Die Jahresmitteltemperatur in Deutschland steigt deutlich. 2025 lag sie bei rund 10,0 °C und gehörte damit zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Messreihe 1881. Die zehn wärmsten Jahre liegen alle im 21. Jahrhundert.
(Quelle: Umweltbundesamt – Trends der Lufttemperatur)

Abb. 1: Abweichung der globalen Lufttemperatur vom Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900.
Einordnung der Messergebnisse
Die Abbildung zeigt die Abweichung der globalen Lufttemperatur vom Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900. Diese Referenzperiode steht für das vorindustrielle Temperaturniveau. Der Verlauf macht deutlich, dass die globale Durchschnittstemperatur seit Beginn der Industrialisierung deutlich gestiegen ist – besonders sichtbar seit den 1980er-Jahren.
(Quelle: Umweltbundesamt / Met Office Hadley Centre / Climate Research Unit – Globale Lufttemperatur)
Was Gebäude mit dem Temperaturanstieg zu tun haben
Der Temperaturanstieg hängt mit dem Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere CO₂-Emissionen, zusammen. Gebäude spielen dabei eine große Rolle, weil sie im Betrieb viel Energie benötigen – vor allem für Raumwärme und Warmwasser.
Nach Angaben des Umweltbundesamts verursacht der Betrieb von Gebäuden in Deutschland rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der CO₂-Emissionen.
(Quelle: Umweltbundesamt – Energiesparende Gebäude)
Die benötigte Energie wird im Gebäudebestand überwiegend durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl erzeugt. Laut dena-Gebäudereport 2025 werden noch immer 79 Prozent der knapp 20 Millionen Wohngebäude in Deutschland mit Öl oder Gas beheizt.
(Quelle: dena – Gebäudereport 2025)
In den jährlichen Heizkostenabrechnungen unserer Liegenschaften sehen wir, wie hoch der CO₂-Ausstoß selbst bei modernen Gasanlagen ist. Auch effiziente Gas-Brennwerttechnik verursacht Emissionen, solange Wärme und Warmwasser durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt werden.
Der Gebäudebestand ist damit einer der wichtigsten Hebel, um Energieverbrauch und CO₂-Emissionen zu reduzieren. Dabei reicht es nicht, nur die Heizungsanlage zu betrachten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Gebäudehülle, Anlagentechnik und tatsächlichem Energieverbrauch. Erst daraus lässt sich ableiten, welche Maßnahmen technisch sinnvoll und in welcher Reihenfolge wirtschaftlich umgesetzbar sind.
Aktuell ist der Anteil erneuerbarer oder weitgehend CO₂-neutraler Heiztechnik im Bestand gering. Der dena-Gebäudereport 2026 zeigt, dass Wärmepumpen im Jahr 2024 erst in 4,3 % der bestehenden Gebäude vorhanden waren.
(Quelle: dena – Gebäudereport 2026)
Vermietbarkeit und Werterhalt
Für Vermieter ist das kein reines Klimathema. Es betrifft die wirtschaftliche Zukunft ihrer Objekte. Hohe Heizkosten, CO₂-Kostenaufteilung und unzureichender sommerlicher Wärmeschutz werden die Vermietbarkeit erschweren, Mieterfluktuation erhöhen und weniger Spielraum für angemessene Nettokaltmieten lassen.
Der sommerliche Wärmeschutz wird dabei für die Attraktivität der Einheiten immer wichtiger. Wenn sich Wohnungen stark aufheizen und nachts kaum abkühlen, sinkt die Wohnqualität und damit die Nachfrage nach diesen Wohneinheiten. Wenn die Nachfrage sinkt, sinken langfristig die durchsetzbaren Nettokaltmieten und damit die Renditen sowie die realen Werte der Liegenschaften.
Aus unserem eigenen Bestand
Mit unserem eigenen Immobilienbestand befinden wir uns mitten in dieser bautechnischen Transformation. Dabei geht es nicht nur um den Austausch einzelner Heizungsanlagen, sondern um die energetische Gesamtbewertung jeder Liegenschaft: Verbrauchsdaten, Gebäudehülle, Heizflächen, Rohrleitungen, Warmwasserbereitung, Förderfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Umsetzung im laufenden Betrieb.
Daraus leiten wir konkrete Maßnahmen ab, um
1) Emissionen zu senken,
2) Heizkosten zu reduzieren und
3) Gebäude widerstandsfähiger gegen Hitze zu machen.
Je nach Gebäudetyp, Baujahr, Nutzung und Anlagentechnik sind Planung und Umsetzung energetischer Gesamtkonzepte komplex und gehören in die Hände von Profis.


